Im Frühjahr 2008 entschloss ich mich dazu, meinem Interesse an der Fotografie etwas “ernsthafter” nachzugehen, und mir eine etwas bessere Kamera zuzulegen (meine bisherige Panasonic-Digicam reichte mir nicht mehr aus, inzwischen befindet sich jene 6-Megapixel-Knipse im Besitz meiner Schwester [mehr oder weniger...]). Im Vorfeld hatte ich mir bereits die 400D von Canon in der Standard-Kit-Variante (mit dem Objektiv EF-S 18-55) ausgesucht – damals mit ca. 500 Euro eine preislich gute Option, und eine gute “Anfänger”-Kamera zum Einstieg in die intensivere Fotografie. Zuvor hatte ich bereits die Möglichkeit gehabt, sie ein paar Mal auszuprobieren, und dementsprechend überzeugt war ich auch, die richtige Wahl getroffen zu haben. Am 6. Juni war es dann soweit, ich bestellte die Kamera bei Amazon nebst 4GB-CF-Speicherkarte. In der darauf folgenden Woche traf sie ein, und es begann eine Zeit, die ich mir nicht schöner hätte vorstellen können.

Die Faszination der Fotografie bedeutet für mich, besondere Momente festzuhalten, sodass deren Energie und Intensität im Bild festgehalten werden. Wie man das macht, ist im Endeffekt egal; denn das Ergebnis sollte den eigenen Maßstäben entsprechen und wenn man, so, wie ich es handhabe, das Bild macht, mit der Absicht, es anderen auch zugänglich zu machen, dann kommt es auch darauf an, dass jene Menschen ea auch für befriedigend befinden, wenn nicht besser. Jeder Fotograf entwickelt nach und nach ein Gefühl für die Fotografie und seine Kamera, man wird “eins” mit dem Gerät, das den Moment festzuhalten vermag, und gibt sich Mühe, den Apparat so gut wie möglich zu beherrschen.
Ich habe nie das Handbuch oder die dutzenden, heruntergeladenen Tutorials gelesen. Ich habe einfach drauflos fotografiert, und der Rest kam von alleine. “Übung macht den Meister”, das ist ein Spruch, in dem Wahrheit steckt, ich kann es bestätigen, da ich nichts anderes gemacht habe. Als “Meister” bezeichne ich mich trotzdem nicht – einerseits, da ich mich lieber von anderen bewerten lasse, als es selbst zu tun; andererseits lernt man nie aus und ich bin mir sicher, mich immer noch verbessern zu können.
Zahllose Outdoorsessions (Dankeschön, Nordpark, Landwehr und Rheydter Stadtwald!), viele Einsätze für die Schule – Sportfest, Aufführungen, verschiedene Veranstaltungen jeder Art (Fünf-Länder-Treffen, European Classes und unsere Studienfahrt in die Toskana), dutzende Tagesausflüge und – vor allem! – Partynächte (in Bremen, Münster, Bielefeld, Enschede, Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln – you name it!) sorgten dafür, dass meine inzwischen “durchgepimpte” Kamera stets ausgelastet war. Neben dem Standardkit legte ich mir separate Akkus, einen Batteriegriff, einen externen Blitz plus Diffusor, weitere Objektive, Filter, Speicherkarten, Reinigungswerkzeuge, Fototaschen und sonstigen Kram (z.B. Ohropax für das Nachtleben) zu, und dies alles trug dazu bei, dass ich noch bessere Bilder machen konnte. Ziemlich genau 77.000 Fotos habe ich in einem Zeitrahmen von 630 Tagen (seit Kauf bis heute) mit der 400D aufgenommen, das ergibt bei ca. 3,5MB pro Bild mehr als 230GB Fotomaterial, bei statistisch gesehen 122 Bildern pro Tag. Und das in weniger als zwei Jahren. Ich habe keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe, aber die Nächte waren lang, seeeehr lang…
Ich habe lange daran gewerkelt, mir meine “Skills” zu erarbeiten, und irgendwo bin ich auch stolz darauf, dass meine Bilder auf viel positive Resonanz stoßen. Meine Homepage bekommt momentan täglich ca. 100 Visits, bisher insgesamt etwas über 30.000, und viel anderes als die Bilder gibts da nicht zu begutachten. Meine Bilder finde ich bei Myspace, Facebook, Studi- und SchülerVZ, auf Flyern, in (Szene-)Printmedien, Newsposts, und ausgedruckt an Wänden. Das Feedback, das ich erhalte – von Veranstaltern, Künstlern, Mitschülern, Freunden oder mir gänzlich fremden Personen – ist überwältigend. Und ehrlich gesagt macht es einfach verdammt viel Spaß, sich die Nacht in Clubs um die Ohren zu hauen, mit der Lieblingsmusik in den Ohren und der Kamera vor dem Gesicht.
Meine Kamera hat viel mitgemacht, von Regengüssen und Staubattacken, über Stürze und Stöße, bis hin zu Bier-, Sekt- und Coladuschen, spätsommerlicher Hitze und winterlicher Eiseskälte. Da ist es selbstverständlich, dass irgendwann jedes Material dran glauben muss. So ging der ISO-Sensor kaputt (fotografier’ mal dauerhaft auf ISO 100, besonders nachts, dann weißt du, was ich mitgemacht habe!!!), die Batterie wurde nicht mehr anerkannt, das Objektiv hatte seine Fokussierungsmacken… Letzte Woche habe ich sie eingesendet, gestern die Nachricht bekommen, dass ich das Geld zurückerstattet bekomme, und heute sehe ich mich bereits nach einer neuen Kamera um. Vielleicht wirds ne 50D, mal sehen – und nein, ich habe noch ein anderes Leben!

… und bis ich die neue Kamera habe, muss ich eben mit einer Nikon D300s klarkommen. Aber wie heißt es so schön? Man muss auch mal über den Tellerrand sehen! ;)
